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hier schreibt ein einfacher Berliner Basketball-Fan

Saisonfazit: JBBL Alba Berlin

Die Saison vom JBBL Team von Alba Berlin neigt sich dem Ende zu. Jetzt haben sie noch ein Spiel gegen den DBV Charlottenburg, allerdings war die Saison schon länger gelaufen. Die JBBL Saison ist in drei Phasen zu gliedern. Als erstes wurde eine regionale Vorrunde gespielt. Im Falle von Alba Berlin war regional Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Gruppe bestand aus sechs Teams, in der sich die ersten Drei für die Hauptgruppe qualifizieren und die letzten Drei in die Relegation (Abstiegsrunde) mussten. Alba wurde in dieser Gruppe Dritter mit sechs Siegen und vier Niederlagen. Alle Siege holte man gegen die letzten drei Teams und die Niederlagen holte man sich gegen die zwei Hamburger Teams ab, die vor ihnen landeten. In der Hauptgruppe spielte Alba dann gegen IBBA, BS/Wolfenbüttel und dem DBV Charlottenburg. Dort gewann man bisher nur einmal gegen den DBV Charlottenburg, die wie Alba auch nur einen Sieg in der Hauptgruppe haben. Am Ende wird man entweder auf Platz 5 oder 6 in der Gruppe landen (Platz 2 oder 3 in Berlin). In die dritte Phase, den Playoffs, kommen allerdings nur die ersten vier. Damit ist klar das die Saison von Alba schon jetzt zu Ende ist, bevor die Playoffs („Top 16“) beginnen.

Allerdings verlief die Saison für mich etwas anders, als was der letzte oder vorletzte Platz in der Hauptgruppe aussagt. So richtig schlecht fand ich das Team gar nicht. Und bis auf die Spiele gegen die sehr starken „Hamburg Pirates“, waren sie wohl selten chancenlos bei den Niederlagen. Dieses Team hatte allerdings eine ganz große „Fähigkeit“. Alles was man sich in einer Halbzeit in 15 Minuten erarbeitet hat, hat man regelmäßig in 5 Minuten wieder versaut. Es gab immer diese Phasen im Spiel, wo man durch viele Turnover leichte Fastbreaks zugelassen hat und/oder die Defense zum Schweizer Käse wurde. Dadurch hatte man gegen gute Teams fast immer das Nachsehen. Klar ist die Inkonstanz typisch für U-16 Spieler, aber in dieser Konsequenz (Regelmäßigkeit) doch deutlich stärker ausgeprägt als bei anderen Teams.

Eigentlich finde ich dieses Team gar nicht so viel weniger talentiert als die Vizemeister Mannschaft im letzten Jahr . Was ich aber finde ist, dass dieses Team sich deutlich weniger entwickelt hat als das letztjährige Team. Im letzten Jahr entwickelte sich das JBBL Team wie eine Pflanze bei einem guten Gärtner und in diesem Jahr entwickelte sich das Team eher so als wenn ich mich um die Pflanze kümmere. 😉  So ein wenig mehr Entwicklung als Team und Individuell wäre sicher nicht unmöglich gewesen.

Einzelne Spieler:
Daniel Zawadski 1.86m (geb. Mai 96; Stats in der Vorrunde 11P, 6 R, 2A, 3,5TO *):
Er hat jetzt schon eine gute Größe und ist im Abschluss relativ sicher. Durch seine Größe holt er „natürlich“ recht viele Rebounds. Bisher wurde er stark als SG eingesetzt, aber ich denke er hat das Potential auch als PG zu agieren. Perspektivisch sollte man das vielleicht in der nächsten Saison mehr forcieren. Ohne Frage ein gutes Talent und jetzt schon ein guter JBBL Spieler.

Juan Domingo Adames Pena >1.88m (Jan. 96; 3p, 3R, 1A, 2TO *)
Diesen Spieler will ich mal in der ACB sehen! Wie geil muss es sein, wenn der spanische Kommentator sagte „Triple, Triple, Triple, Juan Domingo Adames Pena!“ 😀  In Sachen Athletik hat ihm irgendeiner jede Menge mitgegeben. Wenn er fertig entwickelt ist, dann  wird er da sicherlich ganz locker „Pro fähig“ sein. Außerdem ist er durchaus sehr beweglich (elegant) auf dem Feld. Bei der Sache mit dem Ball muss sich noch viel entwickeln, aber er ist halt auch noch jung. Dessen Entwicklung kann spannend werden, wenn er Spaß am Spiel hat.

Georgios Tyrekidis >2.03m (Nov. 96; 2 P, 2 R *)
Bislang ist er noch hauptsächlich sehr jung, sehr groß und hat Masse. Aber solche Merkmale schaden sehr selten im Basketball. Ich denke er könnte ein Typ sein, der durch mehr Spielzeit und Selbstvertrauen einen großen Sprung nach vorne machen kann. Und deutlich mehr Spielzeit wird es mit Sicherheit geben im nächsten Jahr.

Konstantin Kovalev 1.99m (Apr. 95; 7P, 2R, 2A, 4 TO *)
Der Beweis dafür das man trotz Größe (um 2.00m) nicht immer „natürlich“ die Rebounds holen muss.;-)  Hat sich in der Hauptrunde gesteigert. Ist bereits jetzt fast ein reiner SF. So richtig wohl scheint er sich nicht zu fühlen in der Zone wo es weh tun kann.  Hat eigentlich einen guten Body und an guten Tagen einen Wurf. Am technischen ,wie z.B. das dribbeln, muss noch viel gearbeitet werden. Derzeit noch sehr leicht ausrechenbar, über welche Seite er zieht.

Niklas Ney >2.05m (Okt. 95; 20P, 14R, 1A, 1St, 4,5TO *)
Das größte Talent der Jahrgänge 93, 94 und 95 bei Alba für mich. Er ist groß, hat einen Körper, kann werfen (auch Dreier), versteht das Spiel schon sehr gut für einen so großen Mann und kann Passen. Das sind schon alles gute Voraussetzungen. Hat auch schon erste Erfahrungen in der NBBL gesammelt. Was könnte sein Problem werden in der Entwicklung? Sprungkraft und „Geschwindigkeit“. Beides ist nicht wirklich stark ausgeprägt. Bei der Sprungkraft vermute ich wird sich nicht so viel entwickeln können. Da wird er sich beim Rebound  zukünftig viel auf das ausblocken konzentrieren müssen. Aber bei dem Thema „Geschwindigkeit“ muss sich viel entwickeln. Damit meine ich nicht nur den reinen Speed mit dem er über das Feld läuft, sondern mehr noch was im Englischen so schön  „lateral quickness“ heißt und Explosivität. Das sind für mich die limitieren Faktoren bei seiner Entwicklung. Je besser er da wird, desto größer könnte seine Karriere werden. Daran sollte er gezielt arbeiten in den nächsten drei Jahren zu arbeiten.

Mert Basar 1.76m (Aug.95; 15P, 4R, 3A, 2St, 3,5TO *)
Sein Markenzeichen ist sicherlich seine Defense und er kann aus dem Fastbreak sehr sicher punkten.(keine Selbstverständlichkeit) Was er nicht hat ist einen wirklich konstanten Wurf. Aber das größte Problem ist seine Körpergröße. Da wird es schon auf der nächsthöheren Ebene (NBBL) sehr schwer für ihn.

Ausblick:
Auf die Entwicklung der Jungen 96er kann man gespannt sein. Mit Robert Glöckner gibt es noch ein weiterer interessanter Spieler der schon viel Zeit in der JBBL gesehen hat. Nahezu jeder dieser 96er hat schon mal die körperlichen Voraussetzungen (Zentimeter) um später vielleicht mal Profi zu werden. Das ist schon mal ein Fortschritt. Allerdings müssen die meisten 96er in nächsten Jahr erst mal den Schritt zum guten JBBL Spieler schaffen.

Bei den 95er wird sicher Niklas Ney im Alba NBBL Team sehr schnell ankommen, gar keine Frage. Konstantin Kovalev wird denke ich auch einige Zeit in der NBBL sehen, falls Alba nicht massenweise andere NBBL  Spieler „verpflichtet“. Für alle anderen 95er wird es hart im ersten NBBL Jahr viel Spielzeit zu bekommen. Nahezu alle haben vor allem körperlich sehr viel zu tun.

JBBL Allgemein:
Das verkleinern der Liga hat, zumindest in den Gruppen wo Alba gespielt, sich extrem positiv ausgewirkt. Es gab nahezu kein Spiel gegen ein wirklich chancenlosen Gegner mehr und immer war die Sportart zuerkennen. Und in fast jedem Team was ich sah, waren auch mindestens ein oder zwei Spieler mit ordentlicher Perspektive dabei. Das war in der letzten JBBL Saison anders. Ich persönlich würde sagen, dass das JBBL Niveau zumindest in der Breite im Norden zugenommen. Keine so schlimme Entwicklung. Und da schon verdammte viele starke 96er dabei waren, lässt das auch für nächstes Jahr keinen Rückschritt erwarten.

PS Für alle Eltern Das ist nur die Meinung von einem unwichtigen Zuschauer! Jeder Spieler kann es auch trotz meiner Meinung schaffen. Nicht das ich irgendwann ein Hallenverbot bekomme oder größeren Ärger. 😉

* Alle Stats sind mit Vorsicht zu genießen, da das  Scouting noch nicht überall so gut entwickelt ist. Aber zumindest bei den Alba Heimspielen sollte es brauchbar sein.

Jetzt auch mit ungefähren Spielergrößen 😀

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2 Antworten zu “Saisonfazit: JBBL Alba Berlin

  1. Christophe 18. März 2011 um 17:52

    Super Bericht. Vielen Dank dafür. Wenn jetzt noch bei jedem Spieler auch die Grösse dabei stünde, wäre es perfekt. So muss ich das halt selbst suchen 😉

    Ich hoffe man sieht sich in Ludwigsburg

    • af4e 18. März 2011 um 20:05

      Das ist der „pädagogische Ansatz“. Wenn man sich mit einer Sache genauer beschäftigt, bleibt diese Sache viel länger im Kopf. 😉

      Aber gut für „faulen“ 😀 Leser wurde es erweitert. Und ergänzt um eine persönliche Schätzung(!), wo vermutlich der ein oder andere Spieler etwas größer geworden ist.

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