af4e Blog

hier schreibt ein einfacher Berliner Basketball-Fan

Ein klasse U14 Endspiel in Berlin!

Je älter ich werde, desto jünger werden die Spieler. Ich persönlich muss wohl langsam schon an seniler Bettflucht leiden, anders kann ich mir das aufwachen Sonntags um 9.00Uhr nicht erklären, nachdem ich mir in der Nacht noch UConn angesehen habe. Wenn man so früh schon wach ist, dachte ich mir, kann ich auch mal bei den Berliner Meisterschaften der U14 vorbei schauen. Eine Entscheidung die sich lohnen sollte.

Als erstes sah ich die erste Halbzeit des U14 Spiels um Platz 3 zwischen Alba und dem DBV Charlottenburg. Dort hatten beide Trainer viel Spaß mit den Schiedsrichtern, die sich stark an die „Linie“ des Spiels Artland-Brose gehalten haben und immer gepfiffen haben. Auf dem Feld sah man bei Alba zwei bis drei Spieler, die ich mir schon im nächsten Jahr in der JBBL vorstellen kann, aber auch beim DBV gab es ein paar gute Spieler. Beim DBV lebten viele Spieler vor allem vom Wurf, dort wirkten sie auf mich deutlich weiter. Viele Spieler waren jetzt aber nicht so die ganz großen Leute, aber sie sind noch jung und im Wachstum. Letztlich gewann der DBV das Spiel gegen Alba.

Ich ging nach der ersten Halbzeit allerdings ein paar Treppen rauf in die obere Halle, um dort dann das Endspiel zwischen Stahnsdorf und TusLi zusehen, gemeinsam mit über 300(!) Zuschauern. Anders als Alba und der DBV mussten sich diese beiden Teams nicht über die Oberliga für das Endturnier qualifizieren, sondern waren schon gesetzt und konnten so in einer höheren Altersklasse (U16) spielen. Beide gewannen ihr Halbfinale wohl sehr locker. Schon beim einspielen konnte man erahnen, warum sie gesetzt wurden. Besonders TusLi wirkte körperlich schon sehr viel weiter. Das sah von den Zentimetern schon aus wie ein Team mit Basketballern. Aber falls man noch Zweifel hatte warum beide gesetzt wurden, waren diese nach fünf Sekunden wie geblasen. Was für eine Intensität und was für eine Geschwindigkeit. Unglaublich! Das wirkte wie Leistungssport und das Spiel um Platz 3 dagegen eher wie ambitionierter Breitensport. Sorry, das klingt sehr hart, wirkte auf mich aber so. Wo „unten“ ein Fastbreak vielleicht 5 Sekunden dauerte , ging der Ball oben z.B. über zwei oder drei Stationen in vielleicht in 3 Sekunden über das Feld.

Das Spiel war in den ersten 15 Minuten wirklich unglaublich. Neben der Intensität und Geschwindigkeit war auch das Niveau so dermaßen hoch. Ich würde sagen, dass ich kein JBBL Spiel in dieser Saison auf so einem Niveau gesehen habe. Stahnsdorf spielte eine unglaubliche Ganzfeldpresse, so dass TusLi auch drei oder vier Mal hintereinander nicht aus der eigenen Hälfte raus gekommen ist. Irgendwie war immer ein Stahnsdorfer da und aus den Bällen machte die Brandenburger auch fast immer etwas. Die Korbleger wurden traumhaft sicher verwandelt (auch bei U16 nicht selbstverständlich) und auch im Halbfeldangriff waren das gute Spielzüge. Und wenn TusLi mal im Halbfeld agieren konnte, antworteten sie gerne mal mit einem Dreier. Das Spiel ging hin und her. Der Außenseiter Stahnsdorf konnte sich auf bis zu 10 Punkte absetzen. Langsam aber sich kam TusLi wieder ran und hatte nach ca. 15 Minuten auch wieder eine leichte Führung. Zu diesem Zeitpunkt merkte man, dass beiden Teams das Tempo so nicht durchstehen konnten und die Intensität sank etwas und die Qualität etwas mehr. Aber trotzdem war es noch ein gutes Spiel. In der zweiten Halbzeit führte TusLi die gesamte Halbzeit leicht, aber Stahnsdorf kam immer wieder ran. Es blieb bis zum Ende spannend und am Ende gewann TusLi knapp mit 78-69, aber nicht wirklich unverdient.

TusLi war körperlich schon sehr groß und teilweise auch kräftig, mit viel Potential für die Zukunft. Stahnsdorf war etwas zierlicher, aber wirkte auf mich technisch und taktisch etwas stärker. Wenn nicht eines der beiden Teams (wohl eher TusLi) U-14 Deutscher Meister wird, wäre das toll für Basketball Deutschland. Dann wäre man nämlich richtig gut aufgestellt. Ich würde mich nicht wundern, wenn ich am Sonntag drei oder vier zukünftige U16 NT-Spieler gesehen habe.

Mir besonders aufgefallen:
Florian Fürstenberg (Stahnsdorf, 1,84m, Pos.3/4): Wohl 39 Punkte und besonders in Halbzeit 2 traf er fast jeden Wurf
Oguz Kilic (Stahnsdorf, 1,75m, Pos.1): guter Aufbau mit gutem Pässen und Abschluss
Henrik Baumann (TusLi,geschätzte 1.85m, Pos. 3/4): starker Body, lange Arme, Kämpfer, energischer Zug zum Korb
Marvin Omuvwie (TusLi, geschätzte 1.90m+x(?), Pos. 5): Body, Sprungkraft, Energie
#10(???) (TusLi, geschätzte 1.80m,): mindestens 5 bis 6 Dreier, solider Zug zum Korb und solide Übersicht

sonstige Anmerkungen:
–  Es war nett mitzuerleben wie sich der JBBL Sieg von IBBA sich langsam durch die Halle „gearbeitet“ hat. Darüber hat man sich in der Halle unterhalten. Beko BBL war da nicht so wichtig…

– Der Stahnsdorfer ProB Trainer betreute das U14 Team.

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