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hier schreibt ein einfacher Berliner Basketball-Fan

Eine Grundschule in Lichterfelde und ein U14 Spiel

Dieses Wochenende findet in der Athene Grundschule in Lichterfelde die Ostdeutsche U14 Meisterschaft statt. Und zunächst einmal muss ich sagen, was für eine Grundschule. So sieht also „Lichterfelder Luxus“ aus. Es passt zwar vielleicht architektonisch nicht zu 100% in die Gegend, aber sie sieht schon von außen nicht übel aus und auch innen macht sie einiges her. Gerade für mich als stolzer Lichtenberger, ist das schon ein gewisser kultureller Unterschied. Meine Schule sah damals ganz anders aus. 😀 Und auch bei den zahlreichen Aktivitäten nach 13.00Uhr die dort aushingen, kam ich ins grübeln. Wie habe ich damals die Zeit eigentlich genutzt ohne vor Langeweile zu sterben? Uns reichte damals ein Ball, eine Lupe für die Ameisen und ein Baum zum klettern um Spaß zu haben. Wir hatten damals halt fast nichts. 😉 Aber ich schweife stark ab…

Also die U14 war der Sinn des Ganzen und es war wieder das Duell TusLi gegen RSV Stahnsdorf. Schon vor zwei Wochen war ich begeistert, aber diesmal war es sogar noch besser! Dieses Mal begann TusLi besser und kam recht schnell 8 bis 10 Punkte weg und Stahnsdorf musste sich langsam wieder ran kämpfen. Beim letzten Mal wirkte es so, als ob der RSV mit 110% in den ersten Minuten gespielt haben und dafür dann etwas bluten mussten. Aber heute begannen sie eher mit 95%, die sie aber das ganze Spiel über gehalten haben. So konnten sie im Vergleich zu TusLi am Ende der Halbzeit zulegen und gingen pünktlich zur Halbzeit sogar mit vier Punkte in Führung. In dritten Viertel ging es ähnlich los wie in Halbzeit 1. TusLi drehte auf und zum Ende des Viertels hatten sie eine richtig gute Phase, wo die Stahnsdorfer etwas den Kopf hängen gelassen haben. Aber in einer etwas verlängerten Viertelpause ging der Kopf wieder nach oben und Stahnsdorf kämpfte sich zurück ins Spiel. Punkt für Punkt und Steal für Steal kam Stahnsdorf wieder ran. Richtig nah dran und dann wurde es spektakulär. Freiwürfe sprangen 4 oder 5 Mal auf den Ring bevor sie rein gefallen sind, Dreier wurden mit Ablauf der Uhr getroffen und drei wichtige große Stahnsdorfer wurde ausgefoult. Aber davon ließen sie sich nicht stören und kämpften weiter. In der letzten Minute konnte der RSV sogar die Führung übernehmen. Im nächsten Angriff holte sich TusLi die Führung zurück und damit hatte Stahnsdorf den letzten Angriff mit einem Punkt Rückstand. Der letzte Wurf ging leider nicht rein und nach zwei Freiwürfen am Ende gewann TusLi knapp mit 71-68.

TusLi setzte verdammt viel auf ihren deutlichen körperlichen Vorteil und versuchte es durch schnelles Spiel im 1 gegen 1 zu nutzen. Wenn sie schnell nach vorne kamen, waren sie kaum noch zu stoppen. Im Setplay funktionierte viel über Kraft und Energie unter dem Korb. Den ganz großen sonstigen Glanz versprühten sie aber nicht für meinen Geschmack. Stahnsdorf dagegen glänze mit dem für mich schöneren Spiel. Dort gab es häufiger sogar richtige Zuckerpässe und einen richtig klugen Spielaufbau. Besonders im letzten Viertel funktionierte die Ganzfeldpresse wieder sehr gut. Den Eindruck das sie technisch etwas stärker sind als TusLi verfestigte sich bei mir. Die Würfe sehen etwas schöner aus und vor allem beim ausblocken sahen sie häufig richtig gut aus.

Unglaublich positiv überrascht hat mich heute im Aufbau die Nummer 8 (Daniel Mixich?) bei Stahnsdorf. War der schon beim letzten Mal dabei? Der hatte heute eine richtig gute Körpersprache, war defensiv aktiv, hatte einen Wurf, eine tolle Übersicht, übernahm viel Verantwortung und einen guten Zug zum Korb hatte er auch noch. Kurz gesagt, er war dominant. Kann mir gar nicht vorstellen, dass der mir beim letzten Mal gar nicht aufgefallen ist und diesmal so sehr. Als ich ihn heute sah, musste ich irgendwie an Oscar Alvardo und seinem Auftritt beim NIJT in Berlin denken…
Und den Namen Florian Fürstenberg habe ich mir heute nochmals fett markiert. 😉 Wie er sich so auf dem Feld bewegt und sogar den Playmaker verteidigen kann, beeindruckt schon sehr.

Ich fühlte mich heute bestens unterhalten! Das machte extrem viel Spaß. Wenn diese beiden Teams noch fünf weitere Spiele gegeneinander spielen würden, würde ich mir die auch immer wieder anschauen. Das Niveau kann ich nur schwer einschätzen, weil mir die Vergleiche fehlen. Es sind halt meine ersten U14 Spiele die ich sehe. Mein Vergleichspunkt ist nur die JBBL Saison von Alba und deren Gegner. Und wenn ich das vergleiche, werden im nächsten Jahr viele TusLi und RSV Spieler einen großem Einfluss auf die nächste JBBL Saison haben. Und ich freue mich die Jungs wieder zusehen!

Das beide Berliner Teams zur Norddeutschen Meisterschaft fahren ist garantiert. Die anderen Teams sind vom Niveau halt doch sehr, sehr, sehr viel deutlich schlechter. Dafür haben sie jede Menge Spaß.

PS
So viel mir das Spiel Spaß macht, so sehr nerven einige wenige Eltern. Es ist nicht wirklich sinnvoll, jeden noch so eindeutigen Pfiff als Skandalpfiff darzustellen. Ob es den Jungs auf dem Feld etwas bringt, dass sich außerhalb des Feldes nur mit den Refs beschäftigt wird und nicht mit dem Spiel, bezweifele ich auch. Und spätestens an dem Punkt, wo der eigene Sohn zu einem kommt und so etwas sagt wie „Es reicht“, sollte man das auch merken. Das haben die Jungs auf dem Feld und die anderen Kinder in der Halle nicht verdient. Dann vielleicht lieber zu Hause bleiben…

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Eine Antwort zu “Eine Grundschule in Lichterfelde und ein U14 Spiel

  1. tmpernod 20. April 2011 um 16:53

    Schöner Bericht! Vielleicht liest ja der DBB hier mit… 😉
    Bzgl. der Eltern… war @thewendigo da?;DDD

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